Der nächste Schlag ins Gesicht

Da meint man, es würde wieder alles gut werden und man hätte das Schlimmste hinter sich gebracht. 

Aber auf einmal ist wieder alles anders und dein Leben nimmt erneut eine Wendung. 

Ich vermisse meine Oma, natürlich tue ich das. Es ist hart, einen geliebten Menschen zu verlieren. Das habe ich schon oft betont. Aber zwei Menschen, den man nahe stand, nicht mehr in seinem Leben zu haben, das ist härter. 

Über den einen Mensch habe ich schon oft geschrieben... meine Oma. Meine Oma ist jetzt schon eine Weile nicht mehr hier. Es gab Tage da war der Schmerz groß, ich habe sie vermisst und geweint und wiederum Tage, da war der Schmerz nicht so groß und ich wusste, dass sie irgendwie immer bei mir ist.

Besonders an den Feiertagen, wie Weihnachten oder auch an meinem Geburtstag hat sie mir sehr gefehlt. Sie war schließlich sonst immer da. Sowohl an Heilig Abend als auch zu meinem Geburtstag, sie war immer und immer wieder unser erster Gast. Naja und an diesen Tagen, war diese Person nicht mehr, die, die gerne lachte, die ihren blauen Twingo bei uns in der Kehre parkte, die, die es liebte mich in Arm zu nehmen und sich immer um mich sorgte, die, die mit mir bis spät in die Nacht Liebesfilme schaute und der ich so oft Klavier vorspielte. Sie war nicht mehr. Sie war einfach nicht mehr da. Und man stellt sich die Frage: Warum? Warum? Warum?

 

An meinem Geburtstag war ich erstmal nicht unbedingt traurig, aber es war eben anders, leerer. 

Doch dann, meine Mutter holte mich von der Schule ab. Wir saßen im Auto und sie fing wie jedes Mal mit: "Janne,  ich muss dir was sagen." an und ab dem Zeitpunkt wusste ich, dass es nichts Gutes ist und wahrscheinlich wusste ich auch, dass es sich um die Person handelt. Meine Patentante. Meine Patentante starb in der Nacht vom 6.3.2017, an meinem Geburtstag. Und wieder fühlte es sich an, als wenn mir jemand seine Faust ins Gesicht schlägt. Schockstarre... bis jetzt. Ich habe zwar angefangen zu weinen, doch ich glaube, dass ich es erst wieder morgen auf ihrer Beerdigung richtig realisieren werde. Ach ist das hart. Es ist so verdammt hart. Und ich will das nicht.

Meine Patentante litt an Lymphdrüsenkrebs, und es war 2 Wochen vor diesem Tag klar, dass sie sterben wird. Es hätte einen Tag dauern können, vielleicht ein Monat oder ein halbes Jahr, aber es waren 2 Wochen. 

Und es war ein so junges Alter... 58 Jahre. 

 

Nachdem ich erfahren habe, dass sie sterben muss, wollte ich ihr noch ein Geschenk von mir schicken.

Ich hatte vor, Musik von mir aufzunehmen und ihr per Post eine CD mit dieser Musik zu schicken.

Dafür war es leider zu spät. Die Musik hat sie nicht mehr erreicht. 

Gitta, ich danke dir und wünsche Dir eine gute Reise. Ich hoffe, wir sehen uns wieder!

 

 

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