Was bedeutet Scheitern?

Diese Frage hat mich in der letzten Zeit sehr beschäftigt, denn es gab auch in meinem Leben gerade erst eine Situation, in der ich mich gefühlt habe, als wäre ich gescheitert...

Mein Plan nach dem Abitur war es, Medizin zu studieren. Ich habe mich so sehr an diesen Plan geklammert, dass für mich keine Option B in Frage kam. Die Voraussetzung des Studiums war ein halbjähriges Praktikum in einem Klinikum. 

Das Praktikum begann für mich Anfang Januar auf der Onkologie-Station. Ich weiß, ich habe mich für die psychisch belastendste Station entschieden, aber ich dachte mir, dass ich dort auch sehr viele Erfahrungen mitnehmen kann. Und ja das ist auch so. Man erlebt so viel und sieht, wie nah Leben und Tod beieinander stehen. 

Ich lag Abends im Bett und konnte nicht einschlafen, denn die Gedanken an die Arbeit haben mich nicht schlafen lassen. 

Nach 3 Tagen war es dann für mich zu Ende. Ich wollte und konnte nicht mehr. Es waren nur 3 Tage, nur 3 Tage... 

Ich habe mich so schlecht gefühlt, dass ich einfach nicht die Stärke besaß, die Zeit durchzustehen. Es hat sich angefühlt, wie ein Scheitern. 

Nun musste ich mir erneut Gedanken machen, wie es weitergehen sollte. Mehrere Tage habe ich mich also damit beschäftigt, mich über die verschiedensten Studiengänge zu informieren und mich erneut zu bewerben. 

Nach Pro und Contra Listen war dann recht schnell klar, dass für mich zwei Studiengänge in Frage kommen: Psychologie und Lehramt.

Ich habe für beide Studiengänge einen Platz bekommen. Ab April studiere ich nun Mathematik und Latein auf Lehramt (GymGe). Das Psychologiestudium halte ich mir aber weiterhin offen, denn dies würde erst im Oktober beginnen. 

 

Aber war das nun wirklich ein Scheitern? Ich habe lange darüber nachgedacht und bin dann zu der Antwort gekommen: Nein! Es ist kein Scheitern. Ich habe die Erfahrung gemacht und gemerkt, dass das nicht der richtige Weg für mich ist. Aber gerade mit dieser Erkenntnis kann ich mich nun auf den richtigen Weg begeben. Woher soll man denn auch sofort wissen, welcher Beruf oder welches Studium das Beste für einen ist? Nun, Medizin habe ich für mich abgehakt und jetzt begebe ich mich auf einen neuen Weg, der vielleicht sogar der Richtige ist.

 

Wir alle werden im Leben mal fallen und am Boden liegen. Das wird uns allen passieren. Jedoch würde ich diesen Fall nicht als Scheitern sehen. Ein Scheitern ist es erst, wenn man liegen bleibt und nicht mehr aufsteht.

Stehen wir wieder auf und gehen weiter, dann tun wir dies mit mehr Erfahrung und Stärke. Also verzweifel nicht, wenn etwas nicht so kommt, wie man es zuvor erwartet hätte, sondern sieh nach vorn und mach das, was dich glücklich macht! Denn nichts ist wichtiger im Leben, als dass du glücklich bist!

 

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